Mo
23
Nov
2009
Curling

Man ist ja nicht zum Spaß hier, also bin ich der freundlichen Einladung einer kanadischen Freundin zum Curling gefolgt. Curling? Ist das nicht dieser "Sport", den man kopfschüttelnd im Fernsehen sieht und sich fragt, wie so etwas jemals populär oder gar olympisch werden konnte? Ja richtig, das ist Curling. Tatsächlich ist es anspruchsvoller als man zunächst annimmt und es macht außerdem ziemlich großen Spaß. Spätestens in der dritten Runde hat man die Technik verstanden und weiß wie man mit dem Besen über das Eis schrubbend die Bahn des Rocks beeinflussen kann. Ein ist dann Curling, wenn man es kann, wie Billard, allerdings mit vollem Körpereinsatz. Aber seht selbst: 44 Sekunden Curling :-)
Unser blaues Team hat übrigens alle drei Spiele gewonnen. Und typisch Kanadier ist wohl, dass es normalerweise so ist, dass die Gewinner die Verlierer zum Bier einladen!!! Darauf käme in Deutschland doch wohl niemand, oder?
Fr
20
Nov
2009
Musiktipp der Woche

Gestern war ich mit einer deutschen Soziologin - die hier aber ein Praktikum bei den Biologen macht (irgendwas mit Kühen und deren Lebensqualität :-) ) - und vier Kanadiern auf einen wunderbaren Konzert. Beides kanadische Rockbands, die wohl noch eher unbekannt sind aber ein super Programm gemacht haben. "The Novaks" sind auch bei Itunes zu finden, die Arkells leider nicht. Deshalb werden sie jetzt hier beworben und jeder darf sich deren aktuelles Album anhören.
Das mit den Zugaben scheint hier in Kanada relativ unpopulär zu sein. Die Band ist zwar noch einmal rausgegangen und hat eineinhalb Lieder gespielt, als sie dann aber von der Bühne gingen drehten sich alle um und gingen, während ich noch darauf wartete, dass es jetzt richtig losgeht mit den Zugaben...
hört selbst:
Do
19
Nov
2009
Soziologie, ein Kampfsport
Endlich mal etwas für die Soziologenrubrik in diesem Blog ;-)
Habe gerade die freudige Entdeckung gemacht, dass eine Dokumentation über Pierre Bourdieu bei youtube verfügbar ist. Die Dokumentation ist eine französische Dokumentation und kommt mit englischen Untertiteln, in Deutschland gibt es das gute Stück wohl auch auf DVD (dann vielleicht mit deutschen Untertiteln). Zu Beginn ist zu beobachten, dass auch ein Pierre Bourdieu aufgeregt sein kann, wenn er einen Vortrag halten soll.
Bourdieu ist (wenn es so etwas gibt) mein Lieblingssoziologe und berühmt geworden mit seiner Idee von sozialem, kulturellem, ökonomisches und symbolisches Kapital. In späteren Jahren war er auch als politischer Intellektueller in Europa bekannt, er solidarisierte sich mit streikenden Bahnarbeitern und war Mitbegründer der globalisierungskritischen Bewegung attac, im Mai 2000 trat er außerdem für eine Vernetzung der sozialen Bewegungen in Europa gegen den Neoliberalismus ein. Die derzeitige Wirtschaftskrise darf wohl als Bestätigung Bourdieus gesehen werden, schön wenn er es noch erlebt hätte.
Wer das Video sehen möchtet findet es hier:
http://www.youtube.com/watch?v=Csbu08SqAuc&feature=PlayList&p=8EC430335E655830&index=0
So
15
Nov
2009
Alltag

Was soll ich sagen? Wie so viele, die sich im Auslandssemester befinden muss auch ich feststellen, dass mich der Alltag eingeholt hat. Wohl auch deshalb ist hier im Blog gerade etwas Ebbe. Auch wenn es das ein oder andere zu berichten gäbe, man halt doch immer etwas anderes zu tun, Verabredungen zum Essen, Curling, Bowling, Kochen oder skypen mit der Heimatfront. Dazu kommt, dass der Alltag hier immer etwas länger ist…die Tatsache, dass einiges anders funktioniert bremst halt doch aus. Mal eben Einkaufen kann zu einem halben Tag werden, irgendetwas ist immer neu und unbekannt.
Als Trost vielleicht in Stichworten einige "Neuigkeiten": Auf den Bergen liegt Schnee und die Skisaison beginnt, am Montag kam die überraschende Mitteilung: ich habe meine Masterarbeit bestanden, bei McDonalds Canada wird man gebeten maximal 20 Minuten sitzen zu bleiben (soll wohl Adipositas vorbeugen), Bowling spielt man in Canada mit nur 5 statt 10 Kegeln (ist also mehr wie das deutsche Kegeln), Quark ist schwer zu bekommen und extrem teuer, wer als Mann einen Kuchen backt weil er etwas zu essen mit ins Seminar bringen muss(!) wird ganz überrascht bestaunt, Japaner können im Gegensatz zu Japanerinnen nicht kochen (nicht einmal Gemüse schneiden also überhaupt gar nicht kochen! N=1), bring man Leergut zurück darf man maximal 20 Flaschen (á 10 Cent) pro Person und Tag zurückbringen und nach fast 2 Monaten ist ein online bestelltes Buch endlich angekommen...
Di
03
Nov
2009
Einjähriges
Klappt also auch über die Entfernung gut, fast so, als sei man gar nicht weg...
Di
03
Nov
2009
Halloween
Nun ist man schon einmal hier, also macht man auch jeden Quatsch mit. Samstag war also Halloween, ein Fest von dem die wenigsten hier wissen, warum man es eigentlich feiert. Macht aber nichts, also habe auch ich mich ins Kostüm gestürzt und mitgemacht. Zunächst haben wir bei uns zu Hause Pumkins (also Kürbisse) ausgehöhlt und mehr oder weniger böse Fratzen hineingeschnitzt. Anschließend lecker gekocht (es gibt hier einen tollen chinesischen Lieferservice) und auf die Kinder gewartet. Diese waren überraschend schüchtern, manche haben nicht einmal "Trick or Treat!?" herausgebracht, sondern einfach nur ihre Tasche aufgehalten und mitleidig drein geschaut.
Gegen 20 Uhr sind wir dann zu einem Event aufgebrochen: Via Internet haben sich zahlreiche Menschen mit ihren Kostümen zum gemeinsamen Skytrain fahren verabredet (ein halber Flashmob sozusagen). Die Fahrt, einmal im Kreis, hat eine Stunde gedauert und tatsächlich gab es an einigen Haltestellen Menschen, die genau diesen Skytrain nutzen wollten und sich zwischen Zombies, Schlümpfen, Augen oder Prinzessinen wiederfanden. Entgegen meinen Erwartungen muss man sich zu Halloween nämlich nicht gruselig oder so verkleiden, sondern einfach verkleiden. Auch deshalb wird Halloween als Fest irgendwie immer mehr zum Selbstzweck. Die Kostümindustrie wird es freuen: Vor den diversen Läden wurden teilweise 10m lange Schlangen gesehen...
Diesen Mittwoch gibt es dann etwas mehr Hochkultur: Gehe mit Freunden zum Vancouver Symphony Orchester und höre mir Lang Lang (ein bekannter Chinesischer Pianist, so sagt man) Beethoven spielend an. @Silke: Werde dir auf Wunsch ausführlicher berichten :-)
Co-Chaot


